Streuobstpflege
Die Situation im Streuobstbau
Die aktuelle Streuobsterhebung in Baden-Württemberg hat gezeigt, dass 32 % der Bäume unregelmäßig und 47 % nicht geschnitten werden.Die mangelnde Pflege betrifft dabei nicht nur die älteren Bäume, auch etwa die Hälfte der Bäume im Alter bis zu 15 Jahren wird nicht regelmäßig geschnitten.
Aufgrund der mangelnden Pflege vergreist ein großer Teil der jungen Bäume vorzeitig und wird sich nicht zu großkronigen, ökologisch wertvollen Bäumen entwickeln. Ältere Bäume werden instabil, Teilbereiche der Krone sterben ab. Ein starker Fruchtansatz oder ungünstige Witterungsbedingungen können unter diesen Bedingungen schnell zu einem Abreißen von Leitästen und irreversiblen Schäden führen. Untersuchungen im Interreg-Projekt ‚“Erhaltung alter Kernobstsorten im Bodenseeraum“ zeigten weiter, dass die Baumgeneration von 15-50 Jahre in der Regel nur schwach vertreten ist. Es besteht daher die Gefahr, dass viele Streuobstbestände in einem relativ kurzen Zeitraum verloren gehen. Auf diese Situation geht das PLENUM-Projekt Streuobst ein, in dem Maßnahmen und Möglichkeiten zur Verjüngung von Streuobstwiesen entwickelt werden:
Verjüngung von Streuobstbeständen
Streuobstbäume haben ein großes Regenerationspotential. Durch einen fachkundigen Schnitt können sie revitalisiert werden, so dass sich ihre Lebensdauer um Jahrzente verlängern kann. In einem aktuellen PLENUM-Projekt wird auf Modellflächen erprobt, wie vergreiste Hochstämme wieder verjüngt werden können. Dabei sollen, in Anlehung an die moderne Baumpflege, Standards für den Hochstammschnitt erarbeitet werden. Weitere Informationen erhalten Sie► hier.
Die Verjüngung von Streuobstwiesen kann beispielsweise im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen (Ökokonto) nach dem Naturschutzgesetz durchgeführt werden. Nähere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie ► hier.