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BÖL-Regenfleckenprojekt

Konzept zur Reduktion der Regenfleckenkrankheit - Ermittlung von Parametern zur Biologie der Erreger unter westeuropäischen Klimabedingungen als Grundlage für die Weiterentwicklung eines Prognosemodells

 

Hintergrund
Die Problematik der Regenflecken- und Fliegenschmutzkrankheit (RFK/FSK) hat in den vergangenen Jahren, verbunden mit der Zunahme der Regenereignisse in den Sommermonaten, eine deutliche Ausbreitung erfahren. Symptome entstehen, wenn die Fruchtoberfläche bei anhaltender Nässe durch dichte, dunkel pigmentierte Pilzkolonien besiedelt wird. Diese Pilze wachsen epiphytisch und ernähren sich dabei vornehmlich von Exudaten, die aus dem Apfelinneren durch die Kutikula nach außen gelangen. Obgleich keine Penetration erfolgt und die Beschaffenheit der Frucht unverändert bleibt, sind Äpfel mit RFK- und FSK-Symptomen aufgrund ihrer unansehnlichen Optik nicht mehr als Tafelobst zu vermarkten.
Besonders betroffen sind schorfresistente Apfelsorten, da diese i. d. R. kaum mit Fungiziden behandelt werden. Aufgrund bislang fehlender Kenntnisse zu Erregerspektrum und Infektionsbiologie der RFK/FSK müssen zur notwendigen Regulierung besonders in niederschlagsreichen Anbauregionen intensive Sommerspritzfolgen ausgebracht werden. Die angestrebte Reduzierung des Stoffeintrages bei resistenten Sorten wird durch die RFK/FSK verhindert und die Ausbreitung resistenter Sorten im Anbau eingeschränkt.

Ziele des Projektes
In enger Verknüpfung von Freilandversuchen und Laboranalytik werden im laufenden Projekt Daten zu Überwinterungsmöglichkeiten, Sporenfreisetzung, Infektionszeiträumen, Identität der Erreger und Krankheitsentwicklung generiert. Diese sollen für die Adaptation eines Prognosemodells integriert und anhand von Feldversuchen getestet werden. Darüber hinaus sollen unterschiedliche Terminierungsmodelle bewertet und neue Präparate auf Basis von Carbonaten und Seifen getestet werden. Verschiedene, zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Entwicklungszyklus der pilzlichen Erreger ansetzende Maßnahmen werden in Freilandversuchen getestet und schrittweise zu einem Gesamtstrategieansatz zusammengeführt. Parallel zu den Applikationsversuchen erfolgen weiterführende und begleitende Untersuchungen zur Erregerbiologie in Labor und Freiland sowie eine Erfassung und Aufstellung der RFK/FSK-Anfälligkeit von neugezüchteten resistenten Apfelsorten.
Die finale Zielsetzung dieses Projektes besteht darin, die bisher hohe Anzahl von routinemäßig applizierten Belagsspritzungen zur Bekämpfung der RFK/FSK durch eine Fokussierung auf Schlüsselereignisse im pilzlichen Infektionszyklus zu reduzieren. Am Ende der Projektlaufzeit soll den Beratungsdiensten wie auch den Obstbaubetrieben ein praxistaugliches Prognosemodell zur Verfügung gestellt werden, welches durch eine optimierte Terminierung der Behandlungen den stofflichen Eintrag in die Umweltmedien erheblich reduzieren hilft und zudem eine größere Sicherheit in der Qualität der obstbaulichen Produktion gewährleisten kann.

Projektpartner
Das Projekt wird vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee koordiniert. Projekt- und Kooperationspartner sind das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, Obstbau-Versuchs- und Beratungszentrum Jork (OVB), Versuchsstation für Obstbau Schlachters
der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, Marc Trapman Bio Fruit Advies

Dieses Projekt wird gefördert durch
Bundesanstalt für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Bekanntmachung Nr. 04/06/51 vom 17. August 2006
Projekt Nr. 06OE323

 Sascha Buchleither

 

 

Kontakt
Sascha Buchleither
Fachbereich Ökologischer Obstbau
Tel.: 0751 79 03 316
Email: buchleither@kob-bavendorf.de